Ein Video mit Aufnahmen massiver Polizeigewalt hat in Ägypten für einen Sturm der Entrüstung gesorgt.
Eine wichtige Oppositionsgruppe forderte Staatschef Mohammed Mursi und Innenminister Mohammed Ibrahim zum sofortigen Rücktritt auf, nachdem das Video, auf dem ein Demonstrant brutal geschlagen und nackt durch die Straßen geschleift wird, im Internet und im Fernsehen verbreitet wurde. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft handelt es sich um einen 50-jährigen Arbeiter. Er sei von den Polizisten verfolgt worden, weil er "18 Molotowcocktails und zwei Benzinkanister" bei sich getragen habe. Die ägyptische Präsidentschaft zeigte sich "schmerzerfüllt angesichts dieser schockierenden Bilder". Auch das Ministerium selbst sprach von einem Einzelfall und entschuldigte sich in einer Mitteilung für den Vorfall. Die wichtige Oppositionsgruppierung Nationale Heilsfront forderte in einer Mitteilung den Rücktritt von Staatschef Mursi. Sie unterstütze die "Rufe des Volkes" nach einem Sturz "des Regimes der Tyrannei" und einem Ende der Vorherrschaft der Muslimbrüder. Am Freitag hatten in Kairo auf dem Tahrir-Platz sowie am Präsidentenpalast Tausende Menschen gegen Staatschef Mohammed Mursi und die hinter ihm stehenden Muslimbrüder demonstriert. Bei Ausschreitungen kam ein Mensch ums Leben, Dutzende weitere wurden verletzt. Immer wieder endeten in den vergangenen Tagen Proteste blutig, mehr als 50 Menschen wurden innerhalb einer Woche getötet.